D. Volkert in der Suppenküche in Moskau
D. Volkert in der Suppenküche in Moskau

Montag, 3. September 2012

 

Für mich ist dieser Tag die letzte Möglichkeit, unsere mobile Suppenküche in Moskau zu besuchen und Fotos zu machen.

 

Wegen der vielen Staus am Morgen in Fahrtrichtung Moskau findet die Suppenküche seit einigen Wochen immer um 8 Uhr am gewohnten Platz in der Nähe des Kursker Bahnhofes statt. Unser Fahrer Viktor, von Beruf eigentlich Taxifahrer, fährt montags, mittwochs, donnerstags und samstags jeweils um 5.15 Uhr in Rogatschowo los, um rechtzeitig vor Ort zu sein.

Ich frage unsere Praktikantin Anastasia L., ob sie Lust hat, mitzukommen. Denn sie war noch nie dabei. Sie ist einverstanden und ich habe den Eindruck, dass sie froh ist, wieder einmal Stadtluft zu schnuppern. Ich schlage vor, nach der Suppenküche mit ihr die Rentnerin Antonina zu besuchen, die an der Peripherie in der Nähe der Metro Strogino, nordwestlich vom Moskauer Stadtzentrum wohnt. Außerdem pflege ich seit einigen Jahren unsere taubstumme Ikonenmalerin Olga und ihre Mutter während meines Aufenthaltes in Moskau auf eine Tasse Kaffee oder Tee zu treffen. Nach den Treffen könnten wir am Abend gemeinsam mit der Elektritschka (Vorortbahn) nach Dimitrow und mit dem Marschroutetaxi von dort weiter nach Rogatschowo fahren.

Sehr schnell merke ich jedoch, dass Anastasia gerne ihre Bekannten in Moskau treffen würde.

Deshalb beschließe ich für mich, mit Viktor wieder mit dem Auto zurückzufahren und die beiden Treffen auf einen späteren Termin im Herbst oder Winter zu verschieben. Es ist mir so bei genauer Betrachtung lieber, ich spüre, dass ich vor dem Schulbeginn am 10. September noch etwas Ruhe benötige. Erfahrungsgemäß beschäftigen mich die Treffen noch einige Zeit, besonders wenn ich bei der 88-jährigen Antonina war, die allein im 16. Stock eines Hochhauses wohnt. Ihre sozialen Kontakte beschränken sich auf die Anrufe der Nichte und des Sohnes der Nichte. Sie kaufen das Nötigste für Antonina ein und helfen ihr beim Duschen. Antonina ist schwer gehbehindert und das Duschen ist für sie immer eine anstrengende Angelegenheit. Sie kommt alleine nicht in die Wanne und hat immer Angst, das Gleichgewicht zu verlieren. Bis zum Sommer 2010 lebte Antonina in einem windschiefen Häuschen vor den Toren der Stadt Pereslawl. Sie hatte kein Badezimmer und keine Toilette. Insofern ist sie eigentlich glücklich über diese Verbesserung in der Stadtwohnung. Sie ist zufrieden, vermisst aber das Grün ums Haus und die Kontakte zu Nachbarn. In Moskau ist sie völlig anonym und allein.

 

Ich kann in der Nacht schlecht schlafen. Obwohl Lena mir versprochen hat, mich zur Sicherheit gegen 4.45 Uhr zu wecken, bin ich schon lange vorher wach. Ich mache mich fertig und helfe Lena beim Verpacken der Essensportionen. Es ist ruhig im Haus und wir unterhalten uns nur im Flüsterton, damit niemand gestört wird. Für Jana und Sascha ist heute der erste Schultag, Maxim und Tamara arbeiten immer lange und benötigen auch eine ungestörte Nachtruhe.

 

Nastja ist im Gästezimmer über der Banja untergebracht, sie kommt rechtzeitig vor dem Eintreffen von Viktor zu uns ins Haupthaus. Für mich bleibt noch Zeit, eine halbe Tasse Tee zu trinken und einen Joghurt zu essen, für Nastja leider nicht mehr. Sie trinkt nur ein Glas Wasser, bevor es auch schon losgeht. Viktor fährt einen alten Schigulli, das erinnert mich an meine ersten Jahre in Russland, als ich fast immer mit einem Schigulli vom Flughafen abgeholt worden war oder auf mein Handzeichen von einem Schigulli-Fahrer mit genommmen wurde, wenn es keine andere Transportmöglichkeit gab. Die Straße nach Dimitrow ist frei, wir halten nur kurz vor einem kleinen Geschäft, um uns mit Trinken zu versorgen. Dann geht es auch schon weiter. Nach wenigen Kilometern sehen wir vor uns ein Marschroute-Taxi mitten auf der Straße- dahinter ein Warndreieck. Wir fahren langsam vorbei- und ich werde ganz ruhig und nachdenklich. Der Unfallfahrer hat eine Person erfasst, die nun hinter dem Wagen auf der regennassen Strassen liegt… Ich fühle mich gerade in diese Situation ein, als Viktor meint, es handele sich wahrscheinlich um einen Betrunkenen, der die Straße gewechselt hat. In der Nähe gäbe es eine Siedlung und ein Geschäft. Damit ist das Thema beendet- im Auto herrscht Schweigen, jeder macht sich so seine eigenen Gedanken. Ich frage mich, wer die Person wohl ist, ob sie den Unfall überhaupt überlebt hat, ob es Angehörige gibt, wie lange es dauern wird, bis Hilfe kommt, in welches Krankenhaus sie gebracht wird und ob man dort überhaupt helfen kann bzw. will…

 

Viktor holt alles aus seinem Schigulli heraus- wir fliegen über die Strassen und ich habe das Gefühl, dass er als Taxifahrer jedes Loch im Asphalt kennt. Er ist jedoch nicht zu waghalsig, bremst seinen Überholvorgang ab bei Gegenverkehr, anstatt noch mehr Gas zu geben und zu versuchen, um jeden Preis an dem Auto vorbeizukommen. In Russland ist es eigentlich genauso wie in den Ländern Europas verboten, rechts zu überholen- aber das steht alles nur auf dem Papier. Es gibt immer wieder riskante Überholmanöver, sowohl von rechts als auch von links. Und seit kurzem fahren dann auch noch in den engen Zwischenräumen Motorräder, die besonders bei Stau die Gelegenheit nutzen, um weiterzukommen. Ich schrecke jedes Mal zusammen, wenn ein Motorradfahrer, eingekeilt zwischen PKW den geringen Abstand zwischen den Fahrzeugen nutzt, um vorbeizufahren... Zu oft habe ich schon Motorradfahrer auf den Moskauer Straßen liegen sehen- in einer Sekunde war ihr Leben ausgelöscht…

 

Zwischendurch nicke ich immer wieder etwas ein, die Fahrt ist ermüdend und ich bewundere Viktor, der diese Strecke mehrmals die Woche auf sich nimmt, um mit dem Geld, das wir ihm dafür bezahlen, seine Familie zu ernähren. Als Taxifahrer bekommt er zu wenig…So ist er einer von vielen Menschen in Russland, die mehrere Arbeitsstellen haben, um leben zu können. In Pereslawl-Salesskij z.B. arbeitet Julia, die Tochter unseres Projektpartners Boris, als Juristin, Notarin und Putzfrau….

Immer wieder blicke ich mich zur Orientierung um. An der Peripherie fließt der Verkehr, Richtung Stadtzentrum kommt es hauptsächlich an Ampelanlagen zu Staus, die sich aber schnell auflösen, zum Glück. Denn es ist noch früh am Morgen. Montags ist das Verkehrsaufkommen besonders hoch, denn alle Datschniki kommen von ihrem Wochenende auf dem Land zurück Wir kommen an mir bekannten Orten vorbei. Prospekt Mira. Jetzt ist es nicht mehr weit. Ich frage mich, wie oft ich in den 10 zurückliegenden Jahren seit dem Beginn unseres Phönix-Projektes tatsächlich schon diese Wege gefahren bin…Es ist im Schugilli zu laut, um sich zu unterhalten. Viktor zündet sich während der Fahrt immer wieder eine Zigarette an, bei geöffnetem Fenster, damit wir nicht ersticken….Er hat im Auto einen Vorrat angelegt und ich frage mich, wie viele Schachteln es am Tag wohl sein werden.

 

Wir sind da- und auf der Grünfläche unterhalb der Bahngleise warten schon die Obdachlosen. Ihnen kommt der frühe Termin um 8 Uhr gelegen. Bevor die Stadt erwacht und das rastlose, bunte Treiben beginnt, müssen sie ihre Schlafplätze verlassen, um nicht aufzufallen. Die Sponsorin der Suppenküche hat mich gebeten, Fotos zu machen und ihr zu schicken, damit sie damit Geld einwerben kann. Das ist natürlich kein angenehmer Job, denn mir fällt es schwer, Menschen in Not zu fotografieren. Jeder Mensch hat seine Würde, und die sollte respektiert werden. In der Regel frage ich die betreffenden Personen immer vorher, ob ich eine Aufnahme machen darf, oder Maxim erklärt meinen Job: Ich müsse die Fotos machen, damit die Suppenküche überhaupt existieren könne.

Das erste Foto habe ich von den anstehenden Menschen gemacht, und will gerade den Blitz meiner Kamera abstellen, als eine ältere Frau auf mich zukommt und meinen Namen ruft. Völlig unerwartet für mich nimmt sie mich in den Arm, fängt an zu weinen. Und dann erkenne ich, wer da vor mir steht. Es ist Mira, eine Frau aus Grosny, die ich im Jahr 2001 in der damaligen Suppenküche auf dem Platz mit dem Namen „Erbsenfeld“ neben einer Kirche in der Nähe des Kursker Bahnhofes zum letzten Mal mit ihrer damals 12-jährigen Tochter gesehen hatte. Ich war damals mit den beiden einen ganzen Tag lang in Moskau unterwegs, sie zeigten mir, wo und wie sie den Tag verbringen. Sie sammelten Flaschen, brachten sie zu einer Sammelstelle und bekamen dafür ein paar Rubel, die sie für Brot oder ein Stück Seife benötigte. Sie übernachteten im Wartesaal des Leningrader Bahnhofes, bis das von Seiten des Wachpersonals unterbunden worden war. Bei Minusgraden war sie damals vor dem Bahnhof auf und ab gelaufen, bis er in den frühen Morgenstunden öffnete. Dann wuschen sich die beiden schnell, kochten sich in der Toilette einen Tee und wuschen die Kleider, die sie bei schönem Wetter dann im Park in der Sonne trockneten. Sie berichtete mir vom Krieg in Tschetschenien, von dem Tod der Verwandten, der Zerstörung ihres Hauses und der Flucht nach Moskau. Sie hoffte, dort eine Tante anzutreffen, aber diese Verwandte und das Haus, in dem sie lebte, gab es nicht mehr….Eine lange Geschichte, die ich damals in Form eines Interview auf einem Tonträger festgehalten hatte.

 

Mira ist mir in Erinnerung geblieben als Frau, die sich trotz der Not und des Lebens auf der Straße ihre Würde erhalten hat und die alles versuchte, um die Situation für sich und die Tochter zu verändern. Unter Tränen berichtete mir Mira, dass nun Feira wg. Blutarmut im Krankenhaus läge, es ginge ihr schlecht und sie benötige viele Medikamente. Sie selbst habe Probleme mit dem Herz, benötige eine Operation. Sie benötige 1000 Euro….Sie kommt kaum dazu, Luft zu holen. Sie erinnert sich noch an die Namen meiner Kinder, fragt nach ihnen und meinen Eltern. Mir ist das fast peinlich. Sie weint immer wieder, berichtet mir, dass ihr Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Die umstehenden Obdachlosen nehmen Anteil, sie kennen ihre Geschichte schon. Sie schickt sie resolut weg mit den Worten: „ Stört uns nicht!“….Viktor wartet schon, er will zurück, denn die zweite Arbeit wartet schon auf ihn. Anastasia steht neben ihm, ich kann mir vorstellen, dass die Situation für sie nicht einfach ist. Wir alle wurden irgendwie überrumpelt, ich hatte nicht einmal die Gelegenheit, den beiden alles zu erklären. Das muss ich auf den Abend verschieben, wenn sie wieder in Rogatschowo ist. Ich verabschiede mich von Mira, wir tauschen die Handynummern aus und sie fragt, ob ich eine Visitenkarte habe. Ich wünsche ihr alles Gute und drücke ihr etwas Geld in die Hand, damit sie für Feira Spritzen und Medikamente kaufen kann. Wir umarmen uns kurz, dann wende ich mich Nastja und Viktor zu, die bereits auf mich warten.

Von Viktor erfahre ich später, dass Mira regelmäßig die Suppenküche aufsucht.

 

Vielleicht werde ich sie dort eines Tages wieder sehen. Oft habe ich mich in den zurückliegenden Jahren gefragt, was aus Mira und Feira geworden ist. Ob sie nach Grosny zurückgegangen sind und ob sie es geschafft haben, eine Wohnung und Arbeit zu finden. Nun hoffe ich, dass sie ihre Krankheiten und den harten russischen Winter gut überstehen...

 

Kleine Kunstwerke der Schüler der Internatsschule in Pereslawl
Kleine Kunstwerke der Schüler der Internatsschule in Pereslawl

Montag, 27.08.2012 (Teil 2):

Alexander, seine Stellvertreterin Tatjana, Swetlana und ich waren heute um 17 Uhr in der Internatsschule verabredet. Alexander verspaetete sich, denn er musste sich um einen Schueler kuemmern, der seit Längerem nicht mehr die Schule besuchte. Die  Briefe ans Elternhaus blieben unbeantwortet, die Nachforschungen ueber die Polizei waren erfolglos.

Tatjana fand ueber das Internet die Adresse und Telefonnummer von seinen Verwandten heraus.  Der Junge hielt sich bei seiner Schwester auf und arbeitete illegal auf einer Baustelle. Alexander holte ihn zurueck,  der Schueler bekommt die Chance, die versaeumte Zeit  nachzuholen.

Alexander war ziemlich erschoepft. Ich habe lange mit Tatjana gesprochen, unser Gespraech wurde von Fedjas Anruf auf meinem Handy unterbrochen.

Er hat sich in Moskau und Sergiev Possad auf einem College beworben und Pruefungen abgelegt. In Moskau koennte er Paedagogikstudieren ( Freizeitpaedagogik, wenn ich das richtig verstanden habe..),in Sergiev Possad waere es Buchhaltung und Oekonomie. 


Tatjana zeigte mir die Homepage der Schule, diese finde ich total interessantt: http://special3.shkola.hc.ru/


Es gibt eine Schulzzeitung, die einmal im Monat erscheint. Sie wird von den aelteren Schuelern und Lehrern erstellt. Daneben werden die Kunstwerke der Schueler veroeffentlicht und ihre Auszeichnungen.


Besonders interessant fand ich, dass das Kollegium sich darauf geeinigt hat, 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Zeitzeugen aus dem persoenlichen Umfeld zu Wort kommen zu lassen.

Die Schule hat aus den Beitraegen eine kleine Broschuere gedruckt, die auf der HP veroeffentlicht ist. Die Berichte sind sehr beeindruckend. Nikolais Papa z.B. verlor im Krieg beide Beine. Er starb sehr jung. Nikolais aeltester Bruder (Annette hat ihn letztes Jahr kurz kennengelernt, als wir das Ferienlager Tschaika besuchten), hat seine Geschwister aufgezogen. Darunter Nikolai und Vera, die als Paedagogin bei Alexander arbeitet. Sie haben sich zu verantwortungsbewussten Menschen entwickelt und ihr Leben gemeistert.

 

Schaut einfach mal selber drauf, auch wenn ihr die Texte nicht lesen könnt, bekommt man doch einen Eindruck von der inhaltlichen Qualitaet..

 

Heute Mittag war ich mit Lena auf einer ihrer Baustellen. Sie befindet sich im Zentrum, nahe der Universitaet, direkt hinter dem Wall. Neben dem Rohbau (ein zukuenftiges Hotel) sind die Arbeiter auf Mauern aus dem 16. Jahrhundert gestossen.  Archaeologen kuemmern sich nun um die Ausgrabungen. Von Olga weiss ich, dass auf dem Gelaende, das sie letztes Jahr verkauft hat, ebenfalls historische Gegenstaende und Mauerreste gefunden wurden. Fuer den neuen Besitzer wird das Bauen nun richtig teuer.Denn  er muss fuer die Kosten der Ausgrabungen aufkommen.....

 

Soweit der heutige Tag, in groben Zuegen. 

Alexander hat zugesagt, mich am Mittwoch nach Rogatschowo zu fahren.

 

Montag, 27.08.2012 (Teil 1):

Hier ist es ziemlich frisch - hab mal wieder falsch gepackt, hatte einfach noch die Hoffnung auf etwas Sommer, der ist leider vorbei....

Den Ausflug ins Museum haben wir letzten Freitag gemacht, am Donnerstag abend waren wir bei Nikita zu Gast und er hat uns die Ausstellung empfohlen. Ich habe es nicht bereut....

Das Gebaeude ist alt, wurde frueher wohl als Herrschaftssitz benutzt (im Kloster regierte einmal ein Bischof, vielleicht deshalb..), es strahlt noch Groesse aus, obwohl viel Geld investiert werden müsste fuer den Erhalt. Aber es gibt keine Geldquelle, man hat den Verantwortlichen empfohlen, eine Touristenattraktion aus dem Kloster zu machen und Geld zu verlangen.

Soviel Geld kann gar nicht eingenommen werden, wie benoetigt wird. Fuer den Einritt mussten wir als Erwachsene jeweils 100Rubel bezahlen, um fotografieren zu duerfen, musste ich noch mal 100 Rubel hinlegen, also ungefaehr 5 Euro. Das kann sich ja eigentlich niemand leisten.

Habe gerade vom Direktor der Mittelschule in Kubrinsk erfahren, dass ein Lehrer bei 18 Wochenstunden und ohne zusaetzliche Praemien 6600 Rubel verdient!!! Das sind gerade mal 170 Euro!!!!

Mit Alexander (Leiter der Internatsschule in Pereslawl) und Tatjana (Lehrerin an der Internatsschule) habe ich gestern gesprochen. Sie sind wie immer sehr postiv und lebensfroh, obwohl ihre Arbeit immer buerokratischer wird. Es gibt immer mehr absurde Vorschriften und Kontrollen, fuer das Erlangen einer Lizenz muessen Papiere eingereicht werden. Sie wurden fristgerecht eingereicht, aber von den Behoerden nicht rechtzeitig zurueckgegeben, deshalb musste sich Alexander vor Gericht verantworten.

Es wurde festgehalten, dass ihn keine Schuld trifft, jetzt geht die Staatsanwaltschaft in die naechste Instanz, Alexander musste eine Strafe von 50 000 Rubel zahlen, weil die Qualitaet der Unterhosen, die er fuer seine Schuetzlinge gekauft hatte, nicht den vorgegebenen Normen entsprach!!!! Tatjana meinte dazu, sie haben die gekauft, die es gab
und die sie sich leisten konnten fuer die Kinder.

Es gab von Seiten der Behoerdenvertreter bei den Kontrollen nie Fragen nach den Kindern, nach ihren Problemen, nach den Problemen der Eltern. Es geht bei den Kontrollen offiziell um Transparenz und Anti-Korruption!! In einer Schule!!! UNd noch in der von Alexander... Absurdes Theater.

Und das geht weiter: Die Schule muss an den Staat (wohlgemerkt: es handelt sich um eine staatliche Einrichtung!) 4 Millionen Rubel im Jahr bezahlen. An den Staat.... Aus dem staatlichen Budget!!!! Da bleibt nicht viel uebrig fuer Hefte, Buecher.... Dennoch lieben sie ihren Job, ihre Arbeit, setzen sich mit aller Kraft fuer die kinder ein.

Alexander sucht gerade eine Moeglichkeit, seinen Schulabgänger, Wanja, aus einem Internat zu holen. Der Junge ist leicht geistig behindert, es geht ihm in dem Heim schlecht, Alexander hat selbst kein gutes Gefuehl und kritisiert die Bedingungen in diesem Heim. Er hat es geschafft gegen den Widerstand der Heimleitung, Wanja zumindest fuer das Wochenende herauszuholen. Wir haben evtl.ueber Lena und Slawa und deren Beziehungen die Moeglichkjeit, Wanja in einem landwirtschaftlichen Betrieb inklusive Zimmer unterzubringen.

Kurz vor dem Treffen mit Alexanxer hatte ich ein langes Gespraech mit dem Chef der Einrichtung, er hat seinen Wunsch nach Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht- und keine Stunde spaeter hatte ich schon einen ersten Fall....

Kubrinsk August 2012
Kubrinsk August 2012

Samstag, 25.08.2012: Kuprinsk feiert den Djen Rajona (Tag des Gebiets) mit der Rajonverwaltung, dem Buergermeister der Stadt Pereslawl und dem stellvertretenden Gouverneur des Gebiets. Die Gaeste werden von einer Folkoregruppe musikalisch begruesst, danach wird ihnen als Zeichen der Gastfreundschaft Brot und Salz gereicht.

Gorizki-Klosters (Bergkloster) in Pereslawl-Salesskij
Gorizki-Klosters (Bergkloster) in Pereslawl-Salesskij

Freitag, 24.08.12: Besuch des kunsthistorischen Museums auf dem Gelaende des Gorizki-Klosters (Bergkloster) in Pereslawl-Salesskij. In den historischen Ausstellungraeumen werden Ikonen, Bilder und Skulpturen gezeigt. Die Exponate befanden sich einstmals in Kirchen und Kathedralen der Region. Nach der Revolution Anfang des 20.Jh. wurden die Kunstschaetze vor der Zerstoerung durch die Kommunisten gerettet und im Kloster untergebracht. Vom 14.-31. August stellen beruehmte Moskauer Kuenstler und Kuenstlerinnen sowie junge, talentierte Kunstschaffende ihre Werke aus. Darunter der mit der DRGK befreundete Nikita Medwedjew, seine Frau Tatjana und Andrej.

Weitere Infos ueber Pereslawl, das Bergkloster und die aktuelle Ausstellung unter:
www.eu-asien.dewww.russlandjournal.de und http://museumpereslavl.ru/